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Kein Bock auf 3D

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Kein Bock auf 3D

Beitragvon DesertFox » Mi 10. Aug 2011, 16:42

Als ob ichs geahnt hätte dass das ganze nur ein Modegag ist:


3D-Fernseher sind Ladenhüter

Was die Leute im Kino begeisterte, sollte auch in den eigenen vier Wänden funktionieren - so die Theorie. Grosse Namen wie Sony und Panasonic brachten daher rasch 3D-Fernseher in die Läden. Eineinhalb Jahre nach Avatar zeigt sich: Die teuren 3D-Fernseher sind Ladenhüter. In den USA wurden 2010 lediglich 1,1 Millionen 3D-TVs verkauft. Im laufenden Jahr steht die Prognose bei bescheidenen 2 Millionen Geräten. Eine Hauptschuld an der Misere tragen laut einer aktuellen US-Konsumentenbefragungen die noch immer hohen Preise sowie der Zwang, zum Betrachten des 3D-Bildes eine Brille tragen zu müssen. Auch der sich abzeichnende Formatstreit und das überschaubare Angebot an 3D-Filmen beflügeln das Interesse der Kunden kaum.

«Hollywood ist schuld»

Die für die Industrie enttäuschenden Verkaufszahlen führen bereits zu ersten Schuldzuweisungen. Für Panasonics Marketing Chef, Andrew Denham, ist Hollywood für die 3D-«Krise» verantwortlich, wie wired.com schreibt. Nach dem Avatar-Erfolg hätten die Filmstudios jeden noch so ungeeigneten Film in 3D gedreht oder nachträglich in die dritte Dimension konvertieren lassen, um auf der Erfolgswelle mitzuschwimmen. Zudem seien viele Filme ohne das nötige Fachwissen nur notdürftig produziert worden. Schlecht produzierte 3D-Filme führten bei manchen Betrachtern gar zu Unwohlsein oder Kopfschmerzen.

Auch der Studiochef der Animationsfabrik Dreamworks, Jeffrey Katzenberg, stellt die eigene Zunft an den Pranger: Statt Begeisterung wie vor eineinhalb Jahren, regiere jetzt aufgrund schlechter Erfahrungen Misstrauen bei den Zuschauern gegenüber neuen 3D-Filmen. Ein anderer Grund für die zögerliche Nachfrage nach 3D-Geräten dürfte sein, dass sich viele Haushalte erst kürzlich einen Flachbild-TV gekauft haben und wenig Lust verspüren, diesen bereits zu ersetzen.

Nintendos 3D-Konsole floppt

Auch bei den Videospielen wurde 3D eine grosse Zukunft vorausgesagt. Als Nintendo im Juni 2010 mit dem 3DS die erste portable 3D-Spielkonsole präsentierte, reagierte die Fachwelt euphorisch. Auf dem kleinen Bildschirm lässt sich der dreidimensionale Effekt ohne störende Brille gut erkennen und mit einem Schieber stufenlos regulieren.

Trotzdem scheinen sich die Gamer nicht wie erhofft für die 3D-Konsole zu begeistern. Nach anfänglich guten Verkäufen sind die Verkaufszahlen in den letzten zwei Monaten eingebrochen. Der neue 3DS verkauft sich gar schlechter als der sechsjährige Vorgänger Nintendo DS. Letzte Woche reagierte Nintendo auf die schwache Nachfrage und gab bekannt, den Preis ab dem 12. August 2011 um einen Drittel zu senken.

Game-Entwickler an 3D nicht interessiert

Ob der tiefere Preis den 3DS retten kann, muss sich zeigen. Electronic Arts (EA), einer der weltweit grössten Games-Entwickler, hat letzte Woche verkündet, künftig weniger in 3D-Gaming zu investieren. Im Rahmen eines Aktionärstreffens redete EA-CEO John Riccitiello Klartext: «Ehrlich gesagt können wir nicht erkennen, dass 3D-Spiele sonderlich erfolgreich wären. Auch der Absatz von 3D-Fernsehern für den Hausgebrauch scheint, zumindest derzeit, eher bescheiden zu sein.» EA werde sich daher auf die Bereiche Online- und Social-Games fokussieren. «Hier erzielen wir derzeit hohe Erträge, im 3D-Sektor überhaupt nicht», wird Riccitiello im Games-Portal «IGN» zitiert.
Die Absage an 3D-Games trifft auch die anderen Konsolenhersteller Sony und Microsoft, die in den letzten Jahren ebenfalls in die 3D-Technologie investiert haben.

Kaum 3D-Handys

Selbst in der boomenden Welt der Smartphones und Tablets sehen die Aussichten für die dritte Dimension eher bewölkt aus. Ausser LG zögern die grossen Handy-Anbieter, 3D-Displays auf den Markt zu bringen. Branchenprimus Apple dürfte es sich gut überlegen, ob im iPad 3 ein 3D-Display verbaut werden soll. Das dreidimensionale Display ist ein Stromfresser, wie sich beim Nintendo 3DS zeigt. Bei aktiviertem 3D-Effekt geht der portablen Spielkonsole bereits nach drei bis fünf Stunden der Saft aus.
DesertFox
 

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